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Fotos: Scotch & Soda

Das nördlichste Amsterdam der Welt

Von David Hellqvist

Dieser Text ist im Auftrag von Scotch & Soda erstellt worden.

Mindestens zwölf Orte auf der Erde tragen den Namen Amsterdam. Doch wenn man sich umhört, fällt den meisten Leuten nur einer ein: die Hauptstadt der Niederlande. Zu den Namensvettern gehören eine Stadt im Osten Südafrikas, ein Dorf im US-amerikanischen Ohio sowie eine französische Insel mitten im Indischen Ozean. Doch das mit Sicherheit außergewöhnlichste Amsterdam, das seinen wenigen Besuchern sowohl die Anreise als auch den Aufenthalt schwer macht, muss wohl Amsterdamøya sein, eine kleine Insel nicht weit vom Nordpol.

Bereits 1596 vom niederländischen Seefahrer Willem Barents entdeckt, gehört Amsterdamøya heute als Teil des Spitzbergen-Archipels zu Norwegen. Spitzbergen umfasst ein Gebiet etwa der Größe Irlands, doch aufgrund seines rauen Klimas und seiner abgeschiedenen Lage (knapp 1000 Kilometer entfernt vom nördlichsten Punkt der Erde) leben dort nur 2500 Menschen.

Ich schreibe dies in der Kantine der MS Gamle Mårøy, einem 199-Tonnen-Schiff, das unmittelbar vor Amsterdamøyas Küste ankert, denn die Insel ist bis auf Eisbären und Walrosse unbewohnt. Wir sind hier, weil die niederländische Modefirma Scotch & Soda ein Filmteam aufs Dach der Nordhalbkugel geschickt hat, um dort die Kampagne für ihre Herbst/Winter-Kollektion 2017 zu drehen. Ich habe mich angeschlossen, um die Expedition zu beobachten und zu dokumentieren. Es ist eine lange Reise, und zwar in vielerlei Hinsicht. Die Gruppe hat bereits eine große Strecke zurückgelegt und ist in sich sehr heterogen. Ich treffe auf französische, türkische, schwedische, litauische, rumänische, brasilianische, portugiesische, norwegische und natürlich niederländische Regisseure, Fotografen, Techniker, Stylisten, Assistenten,  Fremdenführer  und Models.

Die Gamle Mårøy wurde 1959 als Fähre für die Bewohner der nördlichen Dörfer Norwegens gebaut und bahnt sich nun für uns zuverlässig ihren Weg zwischen gebieterischen Eisbergen und öden Stränden, deren einzige Zierde gestrandete Baumstämme aus Sibirien sind. Wir essen und schlafen auf dem Schiff. Außer unserem 26-köpfigen Team ist natürlich noch die Besatzung an Bord. Die sechs erfahrenen und abgeklärten Seemänner mussten sich erst daran gewöhnen, sich zwischen Mengen von Make-up, Haarglättern und Drohnen zu bewegen. Die Reise zeichnet sich, gelinde gesagt, durch organisiertes Chaos aus.

Doch in gewisser Weise steht das ganze Setting für die Marke Scotch & Soda. Die im niederländischen Amsterdam beheimatete Modelabel begeistert sich für einen kunterbunten Stilmix: Unterschiedliche Epochen, Orte und Kulturen verbinden sich in Kollektionen, die Freiheit und Freigeistigkeit atmen. Wenn das etwas alternativ klingt, liegt es an der Spontanität der Marke, mit der Scotch & Soda voller Stolz mit stets gepackten Koffern in aller Herren Länder reist. Es ist eine Weltmarke, die sich als Teil der Welt versteht.  In diesem Fall führte die Reise nach Amsterdamøya, weil Scotch & Soda der festen Überzeugung ist, dass Amsterdam überall und weit mehr sein kann als niederländische Kanäle, Fahrräder und Clogs. Teilt man den Unternehmergeist, die Abenteuerlust und Neugier der Marke, ist es ganz egal, in welches Amsterdam man reist: Man fühlt sich dort in Scotch & Soda wohl.

Der Weg ist das Ziel, wie es so schön heißt. Aber wenn dieses Amsterdam auf 79° 45.403’ nördlicher Breite und 11° 00.819’ östlicher Länge liegt, einen sprichwörtlichen Steinwurf vom geografischen Nordpol entfernt, spielt das Ziel schon eine gewisse Rolle. Dieser Meinung sind auch die vier bewaffneten Bewacher, die uns vor eventuellen Angriffen von Eisbären schützen. Allein der Anblick ihrer Gewehre, Signalpistolen und Messer würde Crocodile Dundee vor Neid erblassen lassen. Wir haben zwar noch keinen Bären gesichtet, aber eine Gruppe Walrösser döste nicht weit von uns am Strand, und auf dem Weg nach draußen erspähen wir Wale in der Ferne, vermutlich Blauwale, wie uns die Guides informieren. Spitzbergen ist quasi eine Fantasiewelt; dort tummeln sich Tiere, die man so nur aus Büchern kennt.

Fantasie als Stichwort passt hier sehr gut. Die Models sind nicht unbedingt für Temperaturen unter null Grad gekleidet (statt Goretex oder Fleece müssen sie mit Schichten von Kleidungsstücken von Scotch & Soda auskommen). „Du bewohnst diese Insel, aber nur in deinen Träumen“, erklärt der Fotograf einem Model. Die Rollen der Models sind Entdeckern und Abenteurern frei nachempfunden und damit Figuren des Scotch & Soda HW17-Universums. Sie sind nicht echt, doch der Ort, das Klima und die Insellage Amsterdamøyas schon. Hier entsteht eine Spannung zwischen Fakt und Fiktion, denn was in der Fantasiewelt passiert, hat mögliche Konsequenzen im echten Leben: Die erbarmungslose Arktis lässt niemanden  ungeschoren davonkommen.

Scotch & Soda hätte auch woanders drehen und das Ganze einfach unter „Amsterdamøya“ laufen lassen können. Island beispielsweise liegt deutlich näher und weist einige landschaftliche Parallelen auf. Man hätte den Effekt von Spitzbergens brutal eintöniger Landschaft mittels eines Greenscreens erzielen können. Wir haben die Reise unternommen, weil sich gewisse Umstände einfach nicht vortäuschen lassen. Ein Beispiel: Während eines Morgens auf dem Oberdeck der Gamle Mårøy gefilmt wird, beginnt es zu schneien. Eine Fülle von Flocken tanzen auf den wogenden Wellen und verhüllen schon bald das Schiff. Es ist Juli, doch wir befinden uns in der Arktis. Hier gehorcht das Leben anderen Regeln.

Doch selbst unter härtesten Umständen arbeitet das Filmteam weiter: Paolo Martins, Artdirector von Scotch & Soda, nennt das „vernünftigen Unsinn“. Er benennt damit eine Haltung – die Fähigkeit, aus nichts etwas zu machen. Amsterdam ist eine sehr progressive Stadt, und zwar nicht nur im Hinblick auf ihre Drogengesetze, sondern auch, wenn es darum geht, Grenzen zu erweitern – in diesem Fall geografische.

Um Amsterdamøya zu erreichen, fliegt man zuerst nach Longyearbyen, der größten Ortschaft Spitzbergens und dem weltweit nördlichsten Flughafen für reguläre Linienflüge. Der dreistündige Flug von Oslo aus lohnt sich allein schon wegen der Aussicht auf Bergspitzen, Fjorde und Gletscher. Als ich um ein Uhr nachts an der Ostküste des Isfjords lande, scheint dort die Sonne wie bei uns zur Mittagszeit. Das ist zwar gewöhnungsbedürftig, doch freuen wir uns alle, dass wir im Sommer hier sind, denn im tiefsten Winter lässt sich die Sonne nicht blicken, und man braucht eine Stirnlampe, um den Weg zum Supermarkt zu finden. Longyearbyen ist wunderschön, wenn auch etwas schaurig. Immer wieder stößt man auf Hinterlassenschaften aus der dortigen Blütezeit des Steinkohlenbergbaus. Gerade darum wurde ein großer Teil der Gegend zum Kulturdenkmal erklärt.
Inzwischen ist der Bergbau in Spitzbergen Geschichte. Für die heutige Wirtschaft sind der Tourismus sowie das Forschungslabor im Dorf Ny-Ålesund für 150 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus aller Welt von großer Bedeutung. Außerdem befindet sich die Pflanzensamenbank auf der Inselgruppe, in der für den Fall einer globalen Katastrophe eine Million Saatgutproben aus allen Regionen der Welt eingelagert sind. Die Nähe zum Nordpol macht die Gegend auch für Russland interessant, das eine eigene Enklave in der Siedlung Barentsburg bildet.

Die Abgeschiedenheit ist von einer ganz eigenen Intensität, und die Stille, die uns nach unserer Ankunft auf Amsterdamøya umgibt, wirkt ohrenbetäubend. Das Einzige, das uns neben dem gedämpften Geplauder der Crew auf den Boden der Tatsachen zurückholt, ist der röhrende Dieselmotor der Gamle Mårøy auf der 17-stündigen Fahrt zurück nach Longyearbyen. „Mach’s dir bloß nie leicht“ scheint Scotch & Sodas Mantra zu sein. „Warum müssen eigentlich alle Amsterdams so weit ab vom Schuss sein?“, beschwert sich Martins. Doch im Grunde stört ihn das nicht. Es passt zum Markenmotto „From Amsterdam, From Everywhere“, und abgesehen davon findet sich nichts Passenderes für Herbst und Winter als die Arktis. Weitere Filmteams sind in den anderen Amsterdams unterwegs – und wer weiß, vielleicht dürfen  wir  für  die  Werbekampagne  Frühling/Sommer 2018 zur Amsterdam-Insel im Indischen Ozean reisen?

Beim Frühstück auf der Gamle Mårøy werden laufend Produktionsbesprechungen und Kreativmeetings abgehalten; das Filmteam entwirft das Storyboard, während der Fotograf plant, wer wann mit welchem Model arbeitet. Hinten deckt das Küchenteam den Frühstückstisch, bereitet Snacks für den Landgang des Filmteams zu und plant gleichzeitig das Abendessen. Das Essen, das die Köchin zubereitet, ist regional, frisch und lecker. Wir essen Red Snapper, Wild und Elch, einmal probierten wir sogar Robbenfleisch. Unsere Gemeinschaft ist wie eine Miniaturgesellschaft, das von Kapitän Oliver Torkildsen regiert wird. Jeder hat eine bestimmte Aufgabe, die akkurat ausgeführt werden muss. Fehler darf sich niemand erlauben.

Die Kantine ist warm und gemütlich, auf Amsterdamøya gibt es dagegen hauptsächlich feuchtes Moos und von Schnee und Eis bedeckte Berggipfel so weit das Auge reicht. Wenn man sich umsieht, erhascht man gelegentlich einen Blick auf ein anderes Schiff am Horizont, vielleicht einen Fischdampfer, aber mit Sicherheit keine weiteren Modemarken. Während das Filmteam wieder dreht, macht sich der Rest von uns auf den Weg, um eine Gruppe gestrandeter Walrösser zu bewundern. Im Wasser sind sie erstaunlich wendig, doch an Land robben sie nur wenige Meter, bevor sie eine längere Verschnaufpause einlegen müssen.

Obwohl die Marke Scotch & Soda schon über 30 Jahre alt ist, hat sie sich eine unschuldige Neugier und Kreativität bewahrt. Aus ihrer Abenteuerlust und ihrem kindlichen Entdeckergeist entsteht verspielte Kleidung, die sich durch eine entspannte Ästhetik auszeichnet. Und wenn man eine Werbekampagne im Schatten eines majestätischen Gletschers dreht, muss man einfach stolz auf Amsterdam sein – ganz egal, in welchem Amsterdam man sich auch gerade befindet.

Weitere Informationen unter Scotch & Soda

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