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Das Kamingespräch

»Eine Blase haben wir nicht«

Ist der Immobilienmarkt in Deutschland überhitzt?
Ein Gespräch mit Christian Wendlandt von Interhyp in Köln.

Ein Blick auf den Immobilienmarkt

Fotos: Sorin Morar

Herr Wendlandt, gibt es eine Immobilienform, die Sie in Köln besonders häufig betreuen?

Ganz klar das Einfamilienhaus. Meistens reden wir dann aber über eine Doppelhaushälfte, entweder im Neubau oder im Be­stand, vielleicht auch über ein Reihenhaus. Freistehende Ein­familienhäuser sind mittlerweile sehr teuer geworden in Köln. Für eine junge Familie sprengt das den Rahmen. Aber es gibt viele Neubauprojekte im Umland, die für Familien sehr interessant sind.

Sprechen Sie demnach häufig mit Familien?

Genau, mit jungen Eltern zwischen 30 und 40 Jahren, die sich ein Nest schaffen wollen und meist schon ein konkretes Objekt im Auge haben.

Wie erleben diese Familien den Immobilienboom?

Hohe Nachfrage und niedrige Zinsen haben die Preise steigen lassen. Gleichzeitig denken eben wegen der aktuellen Zinsen noch mehr Menschen über eine eigene Immobilie nach. In der Folge ist die Konkurrenz um die Objekte hoch, und ein Verkäufer hat schnell mehr als 40 Anfragen.

Christian Wendlandt, 34, ist Baufinanzierungsberater bei Interhyp.
Alle Bilder entstanden in der Lounge des »Louis Hotel« in München.

Wie verändert dieses Umfeld Ihre Beratung?

Zum einen muss es oftmals ziemlich schnell gehen. Zum anderen muss man sich bei diesen Zinsen von manchem alten Zopf ver­abschieden. Lange Jahre reichte es, ein Prozent zu tilgen. Heute sollte man dagegen einen Tilgungssatz von drei Prozent wählen.

Raten Sie denn immer zu, oder melden Sie auch mal Zweifel an?

Wenn ich im Gespräch Zweifel habe, dann sage ich das direkt und rate auch ganz klar ab. Aber natürlich ist es mein Bestreben, meinen Kunden das eigene Zuhause zu ermöglichen.

Weshalb?

Weil die eigene Immobilie eine perfekte Altersvorsorge ist, die man sofort nutzen kann.

»Ich sehe das Funkeln in den Augen der Leute«

Woher speist sich diese Motivation?

Nicht zuletzt aus meiner eigenen Situation. Ich bin selbst verheiratet und habe zwei Kinder von drei und sechs Jahren. Ich habe selbst ein Haus finanziert und kenne die Emotionen, die mit­schwingen. Wir sprechen zwar über Häuser und Wohnungen, aber eigentlich geht es um Gefühle und Träume. Wir sprechen über die Perspektive, mit den Kindern im Garten spielen und toben zu können. An der Stelle sehe ich das Funkeln in den Augen der Leute. Der Zins wird da zum Beiwerk.

Woher rührt der Traum vom Eigenheim?

Der Nestbautrieb muss, denke ich, im Menschen verankert sein. Ich sehe das an mir selbst: Ich bin selbst in einem Eigenheim groß geworden, nun wohne ich in einem.

Hilft die eigene Erfahrung beim Beraten?

Ein Berater, der weiß, wie es ist, beim Notar zu sitzen, ist viel wert. Ich habe den ganzen Prozess selbst erlebt. Ich kann deshalb aus dem Nähkästchen plaudern und dem Kunden dadurch helfen.

Wie lief das bei Ihnen ab?

2014 habe ich mit meiner Frau einen alten Bungalow aus den Siebzigerjahren komplett kernsaniert. Das dauerte ein halbes Jahr – in der Zeit baut mancher ein neues Haus. Aber dafür haben wir jetzt das Paradies auf Erden.

Empfehlen Sie Altbestand?

Ein Haus aus den Sechzigerjahren mit Substanz kann man mit den richtigen Investitionen toll herrichten. Da spreche ich aus eigener Erfahrung. Alte Objekte haben zudem oft eine schöne Südwest-Ausrichtung und einen tollen Garten. Viele Grund-stücke sind großzügig geschnitten und liegen ruhig.

Über welche Finanzierungssummen sprechen wir im Schnitt?

Über Darlehenssummen zwischen 300.000 und 500.000 Euro.

Die Finanzierung solcher Beträge bedeutet einen Einschnitt in das Leben vieler Menschen. Wie verändert dieses Wissen die Beratung?

Die Kunden gehen mit diesen Zahlen natürlich schwanger. Sie setzen sich genau mit diesem Schritt auseinander, schließlich ist es für die meisten die größte finanzielle Entscheidung im Leben.

Sie bekommen in Ihrer Arbeit einen Einblick in das Wesen der Menschen. Was erkennen Sie?

Die Menschen sind sehr sicherheitsorientiert. Von einer Kreditlaufzeit von zehn Jahren rücken wir beim aktuellen Niveau immer weiter ab. Wir gehen eher Richtung zwanzig Jahre. Neben dieser Sicherheitsidee sehe ich aber auch den Wunsch nach Flexibilität. Wenn die Rate bei 1000 Euro ist und die Frau nach der Elternzeit wieder arbeitet, möchte man die Rate auch gleich auf 1500 Euro anpassen können.

Was glauben Sie: Befinden wir uns in einer Blase?

Ich finde: Nein. Die Deutschen finanzieren langfristig, und die Finanzierung ist von reichlich Eigenkapital unterlegt – im Durch­schnitt aller Finanzierungen sehe ich eine Eigenkapitalquote von 30 bis 35 Prozent.

Das ist eine gute Zahl.

Deshalb sage ich klar: Eine Blase wie in Amerika oder Südeuropa haben wir in Deutschland nicht. Klar, die Kaufpreise ziehen an, aber wir befinden uns noch immer im gesunden Bereich.

Wie gehe ich idealerweise in eine Baufinanzierung? Was muss ich bedenken?

Nicht direkt dem ersten Angebot vom Hausbanker vertrauen. Noch mal vergleichen. Nicht alles, was im Internet in den Foren steht, ist richtig. Schlussendlich helfen Experten. Ruhig eine Stunde Zeit in die Beratung bei uns investieren. Ich glaube, dass sich das sehr lohnt.

Sagen Sie zum Schluss: Welches finanzierte Objekt ist Ihnen besonders im Kopf geblieben?

Einmal hat jemand eine Kirche finanziert, die nun als Bürogebäude genutzt wird. Daran muss ich noch heute häufig denken!

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